Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Sencha Tee ist einer der beliebtesten Grüntees

Wenn man über japanischen Grüntee spricht, meint man meistens Sencha Tee. Das ist kein Wunder, den 90 % aller in Japan hergestellten Tees sind Sencha Tees. Auch bei uns ist Sencha Tee einer der beliebtesten Grüntees. Höchste Zeit zu klären, was Sencha Tee genau ist was einen guten Sencha Tee auszeichnet.

Sencha Tee ist ein Tee zum aufgießen

Soviel können wir zumindest schonmal aus dem Namen lernen. Den der Name Sencha setzt sich aus den beiden japanischen Silbern Sen (aufgießen) und Cha (Tee) zusammen. Jetzt werden Sie sich sicherlich fragen ob den nicht jeder Tee zum aufgießen ist?

In der Tat nicht. Insbesondere historisch betrachtet. Die ersten Tees, die in Japan verbreitet waren, waren fast ausschließlich Matcha Tees. Also Tees welche zu einem feinen Pulver gemahlen waren. Diese wurden nicht aufgegossen, sondern mit einem feinen Besen aufgeschlagen. Zu dieser Zeit wurde Tee überwiegend von Mönchen zur Meditation getrunken oder als Heilmittel verwendet. Daher war es nicht notwendig, dass die Zubereitung einfach und bequem war.

Erst im 18. Jahrhundert wurden die notwendigen Schritte zu Verarbeitungstechnik für Sencha entwickelt. Dabei werden die Teeblätter direkt nach der Ernte für kurze Zeit (10 – 20 Sekunden) mit heißem Wasser Dampf erhitzt. Dadurch werden die Enzyme in den Teeblättern deaktiviert, welche sonst das Teeblatt oxidieren lassen würden. Oxidation ist ein Prozess, bei welchem Inhaltstoffe im Teeblatt mit Hilfe von Enzymen mit der Luft reagieren. Dabei verfärbt sich das Teeblatt je nach dauer der Oxidation schwarz. Bei Grünem Tee will man genau das verhindern. Den oftmals sind es Inhaltsstoffe, welche für unsere Gesundheit wichtig sind, wie z.B. Antioxidantien, welche durch die Oxidation abgebaut werden.

Sencha-der-Klarheit-kleine-komposition Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Sencha Tee ist dadurch ein Tee, welcher sich durch intensiv grüne Blätter auszeichnet. Nach dem kurzen bedampfen werden die Blätter für mehrere Stunden auf einem erwärmten Arbeitstisch gerollt. Dabei werden die Blattstrukturen aufgebrochen. Das dient dazu, dass sich später die Inhaltstoffe des Tees besser im Wasser lösen. Dadurch bekommt der Sencha Tee seine typische Form. Die Blätter von Sencha Tee sind zu langen Nadeln gerollt.

Durch das bedampfen und das lange Rollen auf dem erwärmten Arbeitstisch erhält der Sencha Tee seine typisch vegetalen Aromen. Der Geschmack erinnert oft ein bisschen an gekochtes Gemüse wie z.B. gekochte Erbsen oder Spinat. Sehr häufig finden sich auch Aromen von Algen (z.B. Nori Algen) oder von frischem Grass. Je nach Erntezeitpunkt kann der Tee aber auch liebliche und fruchtige Aromen haben.

Sencha Tee wächst unter der Sonne auf offenen Feldern

Charakteristisch für Sencha ist, dass er auf offenen Feldern angebaut wird. Viele japanische Tees, wie z.B. Matcha oder Gyokuro, werden während des Anbaus beschattet. Das ist sehr aufwendig und erklärt zu einem gewissen Teil auch die geringen Produktionsmengen dieser Tee Spezialitäten im Vergleich zu Sencha. In Japan wird die Anbaumethode auf offenen Feldern auch „roten en“ genannt und der Anbau im Halbschatten „oiishita en“.

Sencha-teegarten Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Durch den Anbau auf offenen Felder sind auch Inhaltstoffe und Geschmack von Sencha Tee anders als bei den beschatteten japanischen Tees. Durch die Sonneneinstrahlung beinhaltet der Sencha Tee weniger der Aminosäure L-Theanin als z.B. Matcha. Das heißt, der Umami Geschmack ist nicht ganz so deutlich ausgeprägt. Gleichzeitig ist der Gehalt an Catechinen und Polyphenolen deutlich erhöht. Beide Inhaltstoffe wirken als Fänger von freien Radikalen sehr positive auf unsere Gesundheit. Im Vergleich zu anderen Grüntees (z.B. aus China) enthält Sencha übrigens immer noch viel L-Theanin. Diese Aminosäure wirkt beruhigend und gleicht damit die Wirkung von Koffein etwas aus. Viele Menschen empfinden die Wirkung von Sencha Tee daher zwar als stimulierend ohne dass Sie dabei unruhig werden. Deshalb wird Sencha Tee auch ein immer beliebteres Getränk im Büro und bei der Arbeit.

Eine Ausnahme zum offenen Anbau bildet übrigens der Kabuse Sencha (Kabuse = beschattet). Dieser Sencha Tee wird vor der Ernte für ca. 2 Wochen beschattet. Das ist deutlich kürzer als die Beschattung von Gyokuro und anderen Halbschatten Tees. Damit bildet der Kabuse Sencha eine interessante Brücke zwischen den hochwertigen Halbschatten Tees und den Sencha Tees.

Die Erntezeit spielt bei Sencha Tee eine sehr wichtige Rolle

Sencha Tee wird in ganz Japan angebaut. Meist spielt die genaue Anbauregion bei Sencha keine ganz so große Rolle. Sehr wichtig ist hingegen der Erntezeitpunkt. Sencha wird dabei traditionell zu drei verschiedenen Terminen geerntet:

  • Ichibancha (April – Mai)
  • Nibancha (Juni – Juli)
  • Sanbancha (August)
kundenservice Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Tipp:

Da Japan eine Nord-Süd Ausdehnung von 1.300 km hat, kann der Frühlingsbeginn zwischen Nord und Süd teilweise um bis zu vier Wochen schwanken.

Dabei gilt wie bei vielen Teespezialitäten die Regel: Je früher die Ernte, desto höher die Qualität des Tees. Das liegt daran, dass bei der ersten Ernte im Frühjahr, die Teeblätter noch besonders mild sind und sehr viele Inhaltstoffe enthalten. Im Herbst lagern die Teepflanzen, wie alle Mehrjährigen Pflanzen, Zucker in den Wurzeln ein. Dieser Zucker dient als Kraftreserve für das Frühjahr. Im Frühjahr schicken die Teepflanzen diese eingelagerte Reserve in die jungen Blatttriebe. Damit diese schneller wachsen und für die erste Frühjahrssonne bereits voll entwickelt sind. Das heißt, die Blätter der Frühjahrsernte sind besonders zart, weil Sie verhältnismäßig wenig Sonnenlicht abbekommen haben und gleichzeitig noch viele der Zucker aus den Wurzeln enthalten. Die Sonneneinstrahlung im Frühjahr ist generell geringer als im Sommer und Herbst. Dadurch werden die Teepflanzen zusätzlich angeregt mehr Chlorophyll (Blattgrün) zu bilden. Dieses wiederum enthält die Aminosäure Theanin was sich positiv auf den Umami Geschmack auswirkt.

Im Sommer hingegen kann die Sonneneinstrahlung oft so intensiv sein, dass diese auch für die Pflanzen Stress bedeutet. Das führt dann wiederum zu einer verstärkten Bildung von Polyphenolen und Catechinen als Schutz vor der Oxidation durch die Sonnenstrahlung. Das bedeutet, das Senchas aus späteren Ernten eine adstringierendere Wirkung und einen stärkeren Geschmack haben. Gleichzeitig aber auch etwas mehr Antioxidantien enthalten.

Wie schmeckt Sencha Tee aus der Sommerernte?

In Japan nennt man Tee aus der ersten Ernte Ichibancha. Diese Tees sind besonders beliebt und oft auch entsprechend teuer. In Europa werden diese Tees teilweise auch als First-Flush bezeichnet. Sie haben generell einen eher milden Geschmack, der teilweise sogar leicht süßlich sein kann. Oftmals werden diese Tees als Flugtee nach Europa gebracht und sind dann ab ca. Mai verfügbar. Frühjahrstees sollten spätestens innerhalb eines Jahres verbraucht werden. Die feinen Aromen, die den Reiz dieser Tees ausmachen sind sonst verflogen.

Die zweite Ernte, welche ab Juni stattfindet, ist die Sommerernte und wird in Japan Nibancha genannt. Bei uns wird diese Ernte teilweise als Second-Flush vermarktet. Auch aus dieser Ernte können noch Senchas von sehr guter Qualität gewonnen werden. Die Senchas aus der Sommerernte sind meist etwas Klarer im Geschmack. Sie haben einen leicht höheren Koffeingehalt und sehr viele Antioxidantien. Sie wirken also auch klärend auf den Geist und Körper.

Die Herbsternte wird in Japan Sanbancha genannt und beginnt ab August und kann sich teilweise bis Oktober hinziehen. Diese Ernte ist meistens von schlechter Qualität. Die Teeblätter haben keine so intensive Farbe mehr und der Geschmack ist auch überwiegend bitter. Diese Tees werden eher zu einem einfachen essen gereicht oder in Teebeutel verpackt. Eine andere Möglichkeit die Blätter der Herbsternte sinnvoll zu nutzen ist die Weiterverarbeitung zu gerösteten Tee, wie z.B. Kukicha oder Houjicha Tee.

Alle Erntetermine von Sencha Tee und deren Einfluss auf die Wirkung des Tees:

Erntezeit

Frühling

Sommer

Herbst

Monate

April – Mai

Juni – Juli

August – Oktober

Name

Ichibancha (First Flush)

Nibancha (Second Flush)

Sanbancha

Qualität

Sehr Hoch

Hoch

Niedrig

Geschmack

Mild, Süßlich, Vegetal, Fruchtig

Vegetal, Bitter, Adstringierend

Bitter

Wirkstoffe

L-Theanin, Antioxidantien, Vitamine und Spurenelemente

Antioxidantien am höchsten, Vitamine und Spurenelemente

Antioxidantien

Koffein

Sehr hoch – mittel

Hoch

Hoch

Besondere Tee

Sehr hoch – hoch

Hoch – mittel

Niedrig

Die Qualitätsmerkmale von gutem Sencha Tee

Hochwertigen Sencha Tee erkennen Sie vor allem an zwei Merkmalen. Die Blattfarbe und die Form der Blätter. Die Blattfarbe sollte möglichst kräftig und dunkelgrün sein. Vor allem eine eher grau-bräunliche Blattfarbe zeugt von einem Sencha Tee aus einer sehr späten Ernte. Dieser Tee wird nicht sonderlich viel Geschmack zu bieten haben.

Außerdem sollten die Blätter zu möglichst feinen und langen Nadeln gerollt sein. Je feiner und länger die Nadeln desto besser. Sehr guter Sencha hat so feine Nadeln, dass diese sogar leicht an den Fingern kleben bleiben. Breite Blätter wo man auch noch die Form der Blätter oder sogar Stiele erkennen kann sollten vermieden werden.

Sencha-der-Klarheit-schraeg Sencha Tee ist der Inbegriff von japanischen Grüntee

Neben den äußeren Erkennungsmerkmalen sollten Sie beim Sencha vor allem auf den Erntezeitpunkt achten. Ernten aus dem Frühjahr also April bis Mai sind die beste Qualität und bis zum Sommer, also Juli, gibt es auch noch sehr guten Tee. Dies sollte aber nur ein nachgelagertes Merkmal sein. Verlassen Sie sich besser auf die äußere Erscheinung der Blätter, da diese immer die Wahrheit erzählen. Innerhalb Japans spielt die Geografie keine Große Rolle bei der Qualität. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass es mittlerweile auch viele, vor allem günstige Sencha Tees aus China gibt. Dabei werden meist ganz andere Tee Kultivare verwendet als in Japan was natürlich auch zu einem ganz anderen Geschmackseindruck führt.

Die Wirkung von Sencha Tee ist beispielhaft für die Wirkung von grünem Tee

Sencha Tee bietet alle positiven Wirkungen des Grünen Tees. Wie alle japanischen Tees enthält der Sencha Tee recht viel der Aminosäure L-Theanin. Diese ist ein natürlicher Neurotransmitter und fördert Alpha Wellen im Gehirn. Dies sind üblicherweise assoziiert mit Entspannung, Flow-Zuständen und Kreativität. Damit bildet L-Theanin ein ideales Zusammenspiel mit Koffein. L-Theanin glättet sozusagen die Wirkung von Koffein. Im Gegensatz zu Kaffee oder Energiedrinks bietet Tee damit nicht einen schnellen, dafür kurzen Kick, sondern eine ausgedehnte Phase von tiefer Konzentration. Dieser Effekt wird außerdem dadurch unterstützt, dass bei grünem Tee anders als bei Kaffee das Koffein gebunden ist. Es ist umgeben von Mineralien und wird dadurch langsam und kontinuierlich an die Blutbahn abgegeben. Kein Wunder also, das Sencha Tee gerade zur Arbeit und in Kreativen Berufen ein immer beliebterer Tee wird und oftmals schon den alten Bekannten Kaffee verdrängt hat. Die Entspannende Wirkung von L-Theanin hat außerdem positive Effekte auf das Herz-Kreislauf-System.

Sencha Tee enthält wie alle Grünen Tees jede Menge Antioxidantien. Diese natürlich im Tee vorkommenden Substanzen sind z.B. Polyphenole, Flavonoide und Catechine. Diese Substanzen sind meist auch für den Bitteren und Adstringierenden Geschmack von Tee verantwortlich. Antioxidantien schützen das Teeblatt vor extremen Umwelteinflüssen wie starker Sonnenstrahlung oder Pflanzenschädlinge. Im menschlichen Körper entfalten Antioxidantien ebenfalls Ihre positive Wirkung und fangen auch dort z.B. freie Radikale ein und helfen dem Körper beim Entgiften. Dies hilft vor allem chronische Krankheiten vorzubeugen. Die Antioxidantien unterstützen die Zellerneuerung und verlangsamen so den Alterungsprozess.

Zusätzlich enthält Sencha Tee Vitamin C, Vitamin A, Vitamin B, Vitamin E. Sowie weitere Spurenelemente wie Fluorid, Magnesium und Calcium. Diese helfen das Immunsystem zu stärken. Fluorid und Calcium können sich positiv auf Zähne und Knochen auswirken. In vielen Asiatischen Ländern gilt Grüntee auch als Hausmittel gegen Grippe und Erkältung.

Diesen Artikel teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.