Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan

Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan

Der japanischen Grüntee Gyokuro ist ein Destillat der japanischen Tee Kunst. Für den Gyokuro Tee werden nur Knospen aus der Frühjahrsernte verwendet. Diese werden vor der Ernte für mehrere Wochen beschattet. Dadurch ist der Tee besonders mild und gleichzeitig extrem reich an Vitalstoffen. Allen voran der Aminosäure Theanin. Diese sorgt für den besonderen Umami Geschmack und die anregende und gleichzeitig entspannende Wirkung dieses Tees.

Gyokuro bedeutet auf Japanisch „edler Tautropfen“. Es ist einer der edelsten und teuersten Grüntees. Die Farbe ist sehr hell und erinnert an den Morgentau auf dem Teegarten. Für Gyokuro werden nur junge Blätter aus der Frühjahrsernte verwendet. Die besten Tees werden in den frühen Morgenstunden zwischen 5.00 Uhr und 9.00 Uhr morgens geerntet. Die meisten Teegärten in Japan sind dann noch von einem schönen Morgentau und Nebel bedeckt.

Gyokuro Tee zeichnet sich durch zwei Besonderheiten aus, welche Ihn von allen anderen Grüntees unterscheiden. Das ist zum einen die Beschattung vor der Ernte und die Zubereitung. Auf beides wollen wir in den folgenden Abschnitten näher eingehen:

Exzellenter Geschmack durch besonderen Anbau: Halbschatten Tee Gyokuro

Gyokuro kommt ursprünglich aus der Bergregion rund um Kyoto. Berühmte Teeanbaugebiete dieser Region sind Uji und Wazuka. Es gibt mittlerweile auch sehr gute Gyokuro Tees aus den großen Teeanbaugebieten in Shizuoka und Kyūshū. Der Anbau der Teepflanzen unterscheidet sich dabei gar nicht so besonders vom Anbau anderer Grüntees. Was Gyokuro Tee auszeichnet ist die Beschattung vor der Ernte. Gyokuro Tee wird mindestens für 3 Wochen vor der Ernte beschattet. Dadurch werden die Bitterstoffe stark reduziert und Vitalstoffe wie Theanin angereichert.

Für die Beschattung werden Gerüste in den Teegärten aufgebaut und mit Netzten oder Strohmatten bespannt. Ende April fangen in der Region von Kyoto die Teepflanzen an erste Blätter zu bilden. Sobald die Knospen und das erste Blatt sichtbar sind, wird mit der Beschattung angefangen. Anfangs wird das Licht zu 80 – 85 % reduziert. Für hochwertigen Gyokuro wird nach 10 Tagen nochmal eine zweite Lage zur Abdeckung verwendet. Dadurch wird dann ca. 95 % des Lichts absorbiert. Diese starke Beschattung wird für mindestens weitere 10 Tage angewendet.

Tee-beschatet-gross Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan

Die Beschattung bedeutet für die Teepflanze enormen Stress und löst eine Reihe physiologischer Anpassungsmechanismen aus. Ist ihnen schon einmal aufgefallen, dass Pflanzen, die im Schatten wachsen oft dickere und deutlich dunklere Blätter haben? Das ist eine typische Anpassung an zu wenig Licht. Die Pflanzen bilden dann mehr Chlorophyll (Blattgrün). Das Chlorophyll wird in Schichten übereinander gelagert und die Blätter werden dadurch dicker. Das gleiche passiert auch in der Teepflanze während der Beschattung. Das führt auch dazu, dass einige der Inhaltstoffe, welche an die Chlorophyll Produktion gekoppelt sind, stark angereichert werden. Das sind vor allem die Aminosäure Theanin und Koffein. Gleichzeitig versucht die Teepflanze nicht lebensnotwendige Stoffwechselprodukte zu reduzieren, um Energie zu sparen. Dadurch werden deutlich weniger Bitterstoffe (Tannine) produziert. Gyokuro Blätter sind dadurch dunkelgrün in der Farbe und leicht dicker als die Blätter von Sencha Tee.

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Durch diesen aufwändigen Prozess entsteht ein Tee, der sehr reich an Aminosäuren ist. Aminosäuren sind für den typischen Umami Geschmack verantwortlich. Zusätzlich ist der Tee besonders mild und süßlich, weil nur sehr wenig Bitterstoffe vorhanden sind.

Die weitere Verarbeitung ist identisch zur Verarbeitung von Sencha Tee:

Kurze Zeit nach der Ernte (12 – 20 Stunden) wird der Tee für 15 – 20 Sekunden im heißen Wasserdampf erhitzt. Dieses Bedampfen dient dazu die Oxidation der Teeblätter zu stoppen. Dadurch bleibt die Grüne Farbe und der grasige Geschmack erhalten.

Direkt nach dem Bedampfen werden die Teeblätter gerollt. Dadurch werden die Zellstrukturen der Teeblätter aufgebrochen wodurch sich die Aromen besser entfalten können. Am Anfang werden die Blätter dabei eher locker gerollt, um die Strukturen zu öffnen. Später werden die Blätter fest gerollt um Sie zu dünnen Nadeln zu formen. Die Nadeln werden anschließend schonend getrocknet. So erhalten die Blätter ihre hohe Qualität und die feinen Aromen werden in den Nadeln eingeschlossen. Nach dem Trocknen werden die Teeblätter fein säuberlich aussortiert, so dass nur schöne große Nadeln den Weg in die Teetassen finden.

gyokuro-herstellung Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan

Vom Anbau und der Verarbeitung ist Gyokuro Tee eine Kombination aus Tencha und Sencha Tee. Tencha Tee sind die Teeblätter, welche später zu Matcha Tee verarbeitet werden. Diese werden auch vor der Ernte beschattet und großer Wert draufgelegt, möglichst milde und feine Teeblätter zu erzeugen. Für Matcha Tee werden die Tencha Blätter anschließend in Steinmühlen gemahlen. Für Gyokuro Tee werden diese anschließend wie sonst Sencha Tee bedampft und gerollt.

Ein wichtiger Unterschied zu Sencha Tee ist dabei, dass es bei Gyokuro keinen „frischen Tee“ gibt. Bei Sencha Tees gibt es sogenannte Frühlings Sencha oder Shincha Tees. Diese haben nach der Ernte besonders intensive Aromen und sind daher in den Monaten Mai bis Juli sehr beliebt. Gyokuro Tee hingegen benötigt einige Monate der Reife, um sein volles Aroma zu entfalten. Daher sind Gyokuro Tees, welche immer im Frühling geerntet werden, meist erst ab Oktober des gleichen Jahres erhältlich. Einige Teemeister experimentieren auch mit gereiften Gyokuro Tees, welche nach der Ernte für ein bis drei Jahre gelagert werden. Diese Tees sind extrem selten und fast nur in Japan erhältlich.

Die richtige Zubereitung von Gyokuro ist genauso entscheidend wie der Anbau

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Einleitend wurde schon darauf hingewiesen, dass sich Gyokuro durch zwei Besonderheiten von andere japanischen Grüntees unterscheidet. Der Anbau und die Zubereitung. Die Zubereitung ist dabei vielleicht sogar essenzieller als der Anbau. Wird Gyokuro wie ein anderer Grüntee z.B. Sencha Tee zubereitet ist das Ergebnis eher enttäuschend. Der Tee schmeckt dann wie ein sehr flacher, wenig aromatischer Sencha Tee.

Um Ihnen diese Enttäuschung zu ersparen, wollen wir hier die wichtigsten Schritte bei der Zubereitung von Gyokuro Tee näher erläutern. Für einen exzellenten Gyokuro Genuss sind drei Faktoren entscheidend:

  1. Das Verhältnis zwischen Tee und Wasser
  2. Das Wasser und die Wassertemperatur
  3. Die Ziehzeit

Das Verhältnis von Tee und Wasser

Hier ist es wichtig zu beachten, dass für Gyokuro Tee ein deutlich größere Menge Tee zu verwenden ist. Als Faustregel kann man sagen, dass für Gyokuro ungefähr 3 – 4-mal so viel Tee wie für Sencha Tee verwendet werden sollte. Das entspricht ca. 5 g Teeblätter pro 30 ml Wasser. Das klingt erstmal sehr viel. Deshalb sollten für Gyokuro auch keine großen Tassen verwendet werden. Am besten sind Tassen mit 25 – 50 ml Fassungsvermögen. Wichtig ist auch eine Teekanne, welche genug Platz zur Entfaltung der Teeblätter bietet.

Der Aufguss

Bei der Zubereitung von Gyokuro Tee will man die Charakteristika des Tees weiter herausarbeiten. Das heißt, man will den Tee so zubereiten, dass sich möglichst viel Theanin und möglichst wenig Bitterstoffe lösen. Dadurch erhält man einen sehr milden Tee mit ausgeprägten Umami Geschmack und herrlichen Aromen. Dabei ist es hilfreich zu verstehen, dass sich Theanin und die meisten Aromastoffe viel leichter lösen als Bitterstoffe. Das heißt die Ziehzeit sollte möglichst kurz und die Temperatur niedrig sein. Idealerweise liegt die Temperatur zwischen 50 und 60 °C und die Ziehzeit für die erste Tasse bei maximal 2 Minuten. Für alle weiteren Aufgüsse kann eine Ziehzeit von 60 °C und eine Ziehzeit von 30 bis 60 Sekunden verwendet werden. Nach dieser Methode können Sie ihren Tee locker zehn Mal oder sogar öfter aufgießen. Wir empfehlen mindestens drei Aufgüsse, weil sich beim dritten Aufguss meistens das maximum an Aromen in der Tasse entfaltet. Jeder Aufguss wird nur wenige Tropfen enthalten (Gyokuro = edler Tropfen) dadurch, dass Sie viele Aufgüsse hintereinander genießen können, können Sie gerade deshalb ein besonders intensives Tee Erlebnis genießen.

Sechs Tipps für die perfekte Tasse Gyokuro Tee

  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    Beim Gyokuro Tee sollten Sie keine Bitter schmecken. Diese überlagt den feinen Umami Geschmack und damit das eigentliche Geschmackserlebnis. Wenn Ihr Gyokuro bitter schmeckt reduzieren Sie Wassertemperatur und Ziehzeit so lange bis den Tee nicht mehr bitter schmeckt. Ist das nicht möglich, ist die Qualität des Gyokuro nicht gut
  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    Gerade bei der kurzen Ziehzeit spielt die Wasserqualität eine sehr entscheidende Rolle für den Geschmack des Tees. Gyokuro ist einer der teuersten Tees und sie sollten bei der Wasserqualität nicht sparen. Verwenden Sie im Idealfall gefiltertes Leitungswasser. Alternativ können Sie auch ein mildes Mineralwasser verwenden. Verwenden Sie auf keinen Fall destilliertes Wasser.
  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    Da die Wassertemperatur sehr niedrig ist, kühlt der Tee schnell aus. Für ein ideales Erlebnis empfehlen wir die Tasse und die Teekanne vor der Zubereitung mit heißem Wasser vorzuwärmen.
  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    In Japan verwendet man diesen Tee unter anderem zu besonderen Anlässen und um Gäste eine besondere Ehre zu erweisen. Begeistern Sie doch mal Ihre Gäste mit einer kleinen Gyokuro Teezeremonie. Sie werden begeistert sein!
  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    Gyokuro und andere hochwertige japanische Grüntees können auch mit schmelzenden Eiswürfeln zubereitet werden (Shinobi-Cha). Dazu legen Sie ca. 1 – 2 g Tee in ein Glass Wasser und füllen dieses mit Eiswürfel auf. Wenn die Eiswürfel geschmolzen sind, kann der „Cold Brewed“ Tee genossen werden. Durch die Kalte Extraktion werden noch weniger Bitterstoffe gelöst und der Geschmack ist noch milder.
  • teekanne Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan
    Lassen Sie sich bei Ihren ersten Gyokuro Erfahrungen Zeit. Gyokuro Tee unterscheidet sich deutlich von allen anderen Grüntees. Es braucht einige Tasse, bis man sich für den eher subtilen Umami Geschmack sensibilisiert hat. Die Geduld lohnt sich. Gyokuro Tee kann Ihnen eine ganz neue Tee Welt eröffnen.
Gyokuro-blau Gyokuro einer der edelsten und teuersten Grüntees aus Japan

Gyokuro Tee ist ein exzellenter Gesundheits-Tee

Die Wirkungen von hochwertigem Grüntee auf die Gesundheit sind äußert vielfältig. Wenn auch nicht immer alle wissenschaftlich belegt sind, ist Grüntee doch ein Jahrhunderte altes Heilmittel. Mittlerweile werden auch nach medizinischen Standards immer mehr Wirkungen des Grüntees nachgewiesen. Folgend ein allgemeiner Überblick über traditionelle und mögliche medizinische Wirkungen des Grüntees und Gyokuro Tees:

Grüntees helfen mit Ihren Antioxidantien zu entgiften

Grüntees haben eine Reihe von Inhaltstoffen wie z.B. Flavonoide, Anthocyane und Polyphenole. Diese aktiven Inhaltsstoffe können als Antioxidantien helfen den Körper von freien Radikalen, Giftstoffen und ungünstigen Stoffwechselprodukten zu befreien. Das hilft die Zellfunktionen intakt zu halten und wirkt sich positiv auf den Metabolismus aus. Freie Radikale wird außerdem eine große Rolle beim Altern zugeschrieben. Grüner Tee kann hier also eine Unterstützende Funktion einnehmen.

Grüner Tee und Gyokuro sind gut für die Konzentration

Koffein hilft uns wach zu halten und fördert die Konzentration. Oftmals kommt dieser Konzentrationsschub aber mit einem Hohen Preis. Kaffee zum Beispiel führt bei vielen Menschen zu einem kurzen Konzentrationsschub und anschließend zu einem tiefen Abfall. Zu viel Koffein kann außerdem unruhig und damit wieder unkonzentriert machen. Gyokuro hingegen ist optimal ausbalanciert. Gyokuro ist ein Halbschattentee aus der Frühjahrsernte. Beides wirkt sich positiv auf den Koffeingehalt aus. Gyokuro ist also einer der Grüntees, mit dem höchsten Koffeingehalt. Gyokuro enthält aber auch sehr viel von der Aminosäure L-Theanin. Diese beruhigt und fördert die Alpha Wellen im Gehirn. Das wirkt entspannend und regt gleichzeitig die Konzentration und Kreativität an. Viele Tee Enthusiasten würden sagen, dass die Wirkung von Gyokuro Tee über die reine Steigerung der Konzentration hinaus geht. Eine Tasse Gyokuro ist vom Geschmack und der Wirkung etwas ganz besonders, fast schon transzendentes.

Forschung zu gesundheitlichen Wirkungen von grünem Tee

Gyokuro enthält viele Catechine EGCG. Diese wichtigen Inhaltstoffe von grünem Tee werden mit einer Reihe positiver Wirkungen in Verbindung gebracht. Die bekannteste ist die anregende Wirkung auf den Stoffwechsel. Catechine können dabei helfen die Fettverbrennung anzuregen und Muskelmasse schneller aufzubauen. Viele Sportler schören daher mittlerweile auf Grünen Tee. Einige Studien erlangten auch große Bekanntheit, weil Sie eine positive Verbindung zwischen EGCG und einer Reduktion des Krebsrisikos für einige Krebsarten herstellen konnten.

Einige Studien untersuchen auch eine mögliche Wirkung von Grünem Tee auf die Zahngesundheit. Grüner Tee und Gyokuro besonders enthalten viel Florid, welches den Aufbau von Zahnschmelz fördern kann. Zudem hat Grüner Tee eine positive Wirkung auf Mundgeruch und Zungenbelag.

Zudem gibt es erste Untersuchungen über positive Wirkungen von Grüntee zur Reduzierung des Risikos für Herzerkrankungen und Diabetes.

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